Besj und J+S

Zur Ausgangslage

 

Nachdem das BASPO (Bundesamt für Sport) im Frühling 2017 den „stark glaubensbasierten Verbänden“ die Partnerschaft per Ende 2017 gekündigt hat, wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt mit dem Auftrag, bis Ende Jahr die Gründung eines neuen Dachverbandes für die J+S-Ausbildung vorzubereiten. Der BESJ war durch Matthias Amstutz in der Arbeitsgruppe vertreten.

 

Im Spannungsfeld zwischen der Haltung des BASPO und den Anliegen der Verbände arbeitete die Arbeitsgruppe intensiv an Statuten für den neuen Dachverband sowie an Musterstatuten für die Ortsgruppen („Jugendvereine“). Anlässlich eines Treffens mit Vertretern der „stark glaubensbasierten Verbände“ hat die Arbeitsgruppe am 18.12.17 über den aktuellen Stand orientiert und die Statuten zur Diskussion vorgelegt.


Haltung und Beschluss des BESJ und seiner Trägerverbände

Der BESJ-Vorstand, in welchem die Gemeindeverbände FEG, Chrischona, VFMG, EGW und ETG vertreten sind, hat sich an seiner letzten Sitzung ausführlich mit der Frage auseinandergesetzt, inwiefern der BESJ die Gründung eines neuen Dachverbandes weiter vorantreiben soll. 

 

Aufgrund der bisher vorliegenden Resultate der Arbeitsgruppe hat sich der BESJ-Vorstand nach intensivem Diskutieren und Abwägen zum Entscheid durchgerungen, die Gründung eines neuen, dem BASPO „genehmen“, Dachverbandes nicht weiterzuverfolgen.

Dafür gibt es verschiedene Gründe, hier die zwei wichtigsten:

 

1) J+S-Ausbildung im Dachverband: Bisher war es möglich, die J+S-Kurse sinnvoll mit BESJ-eigenen Schulungsinhalten wie z.B. Seelsorge zu ergänzen/kombinieren. Das wird in Zukunft nur schwer möglich sein, da das BASPO in den J+S-Kursen keine geistlichen Schulungsinhalte akzeptiert. BESJ-Kernanliegen ist jedoch nicht die „isolierte“ J+S-Schulung, sondern die ganzheitliche Förderung der Leiter und Kinder – wozu nach BESJ-Verständnis eben auch die geistliche Förderung gehört.

Im Bewusstsein, dass für die weitere Zusammenarbeit mit dem BASPO gewisse Zugeständnisse nötig sind, wäre der BESJ grundsätzlich bereit, diese einschneidende Einschränkung in Kauf zu nehmen und dieses schmerzhafte Opfer zu bringen, wenn da nicht Punkt 2 wäre:

 

2) Das BASPO will auf Ebene der Ortsgruppen möglichst eigenständige, von der Kirche/Gemeinde unabhängige Jugendvereine. Der BESJ und seine Trägerverbände hingegen sehen die Gruppen als Teil der örtlichen Kirche/Gemeinde. Diese Einbettung der BESJ-Gruppe in eine örtliche Kirche/Gemeinde ist seit jeher ein wesentlicher Teil der BESJIdentität:

Für den BESJ ist die Ortsgruppe nicht nur strukturell mit einer örtlichen Kirche/Gemeinde verbunden (über einen Zusammenarbeitsvertrag oder einen entsprechenden Passus in den Statuten der Gruppe), sondern ist Kirche/Gemeinde.

 

Die vom BASPO geforderte Vereinsgründung wäre für den BESJ allenfalls umsetzbar, wenn die neuen Jugendvereine sich klar als Teil der Kirche/Gemeinde bezeichnen dürften. Dies lässt sich jedoch nicht mit der Haltung des BASPO vereinbaren, wonach die Jugendvereine strukturell eigenständig und inhaltlich von der Kirche/Gemeinde unabhängig sein müssen. 

 

Die Gründung solch unabhängiger Jugendvereine kann und will der BESJ nicht unterstützen und mittragen. Denn damit wäre der BESJ nicht mehr BESJ…


Auswirkungen für den BESJ, seine Gruppen und Leiter/Experten

 

- Beim Jugendurlaub nach OR Art 329e, der zum Teil fälschlicherweise „J+S-Urlaub“ genannt wird, ändert sich nichts. Personen bis 30 Jahre haben Anrecht auf eine Woche unbezahlten „Urlaub für ausserschulische Jugendarbeit“ – unabhängig davon, ob es sich um eine „J+SWoche“ handelt oder nicht.

 

- Die BESJ-Ortsgruppen können ab 2018 keine J+S-Angebote mehr durchführen und erhalten für ihre Lager keine J+S-Leistungen mehr (Finanzen, J+S-Leihmaterial, Landeskarten etc.). - Der BESJ wird ab 2018 definitiv keine J+S-Kurse und -Module mehr anbieten können.

 

- J+S-Experten des BESJ können ab 2018 keine Weiterbildungsmodule des BASPO mehr absolvieren, da es für die Teilnahme an diesen Kursen die Empfehlung eines Verbandes braucht, der J+S-Kurse durchführt. Andererseits ist der BESJ in seinen Kursen nicht mehr darauf angewiesen, dass „seine“ Experten eine gültige J+S-Anerkennung haben.

- J+S-Experten mit gültiger Anerkennung können weiterhin beim BASPO die SVEB-Anerkennung erwerben. Sobald die J+S-Experten-Anerkennung wegfällt, ist dies nicht mehr möglich.


Wie es nun weitergeht

Der BESJ wird sein bewährtes Schulungsangebot der aktuellen Situation anpassen und ausbauen. Wir werden auch im 2018 unsere qualitativ hochstehende Ausbildung anbieten – nun einfach ohne J+S. Parallel dazu erarbeiten wir auf 2019 ein neues BESJ-Schulungskonzept. Wir machen uns zurzeit intensiv Gedanken darüber, wie wir die Sicherheitsstandards und Qualität in der Ausbildung und in den Lagern der Ortsgruppen weiterhin hochhalten können. Dazu gehören Überlegungen und Abklärungen bezüglich Coaching, eigene Zertifikate für Lager und sicherheitsrelevante Aktivitäten, BESJ-eigenes Leihmaterial etc.

 

Ziel ist es, dass sich der BESJ noch stärker als Qualitätsgarant für die christliche Kinder- und Jugendarbeit etabliert. Insofern bringt die aktuelle Situation neben allen Herausforderungen für die betroffenen Leiter und Gruppen durchaus auch neue Chancen mit sich. Vor allem behalten wir als Verband und Ortsgruppe die Freiheit, in unseren Angeboten weiterhin mit vollem Einsatz christuszentriert und gemeindebauend vorwärts zu gehen.


Fazit

 

- Der BESJ bietet ab 2018 keine J+S-Aus- und -Weiterbildungen mehr an.

 

- Die BESJ-Ortsgruppen können ab 2018 keine J+S-Angebote mehr durchführen.

 

- Der BESJ und seine Trägerverbände empfehlen den Gemeinden, keine eigenständigen Jugendvereine zu gründen.

 

 

Für die Jungschar Neftenbach bedeutet dies, dass wir keine Jungend und Sport Lager mehr durchführen werden bzw. können.
 

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Kommentare: 1
  • #1

    Andrin (Samstag, 06 Januar 2018 14:40)

    Nei soo Schad